
23. Oktober 2026
Kaltakquise für Solarbetriebe: mehr Termine am Telefon
Im Solar- und Ladegeschäft kommen die Aufträge selten von selbst. Der Handwerker steht auf dem Dach, die Anfragen liegen im Postfach, und die Adressliste, mit der man endlich aktiv werden wollte, liegt seit Monaten unberührt.
Kaltakquise ist genau dafür da: Sie ist kein Charakterzug, sondern ein Handwerk mit Reihenfolge – und im Solarhandwerk der Unterschied zwischen vollem und leerem Auftragsbuch.
Warum Kaltakquise bisher nicht klappt
Drei Gründe, fast immer dieselben:
- Kein Grund für den Anruf. „Wir bieten Solar an" ist kein Grund, sondern Werbung.
- Keine Struktur. Wer ohne Reihenfolge anruft, redet sich fest und legt auf.
- Angst vor dem Nein. Ein Nein fühlt sich persönlich an, ist aber nur ein Zeitpunkt.
Der letzte Punkt ist der größte. Er ist auch der billigste zu beheben – dazu steht hier mehr: Angst vor Ablehnung bei der Kaltakquise.
Der Einstieg in 20 Sekunden
Nenne Namen, Firma, den Anlass und den Nutzen – dann stellst du eine Frage und schweigst.
Beispiel: „Guten Tag, Siegert von der Solarinstallation. Ich rufe an, weil in Ihrer Straße drei Anlagen von uns laufen und wir gerade Speicher nachrüsten. Haben Sie zwei Minuten? Ich würde Ihnen eine Frage stellen."
Wichtig: Der Anlass muss echt sein. Ein erfundener Grund fliegt beim zweiten Satz auf.
Die drei Fragen, die jeder stellen kann
- „Wie kaufen Ihre Kunden heute bei Ihnen ein?" – zeigt den Ablauf beim Kunden.
- „Was war bei der letzten Anlage der schwierigste Teil?" – zeigt den Schmerz.
- „Wenn das einfacher würde – wäre das interessant?" – holt die Zustimmung, nicht den Abschluss.
Ziel des Anrufs ist ein Termin, kein Vertrag. Wer das im Kopf hat, wird ruhiger.
Einwände, die immer kommen
„Kein Interesse." „Verständlich. Darf ich fragen: nutzen Sie aktuell überhaupt Speicher, oder läuft das anders?" – Interesse ist selten wirklich null, meistens ist der Zeitpunkt falsch.
„Wir haben schon einen Anbieter." „Gut, dann funktioniert Ihre Anlage. Kennen Sie von ihm die Reaktionszeit bei Wartung?" – Zufriedenheit ist selten vollständig.
„Keine Zeit." „Kein Problem, ich brauche zehn Minuten. Donnerstag 9 Uhr oder Freitag 14 Uhr?"
„Zu teuer." Erst fragen: „Im Vergleich zu was?" Dann rechnen – nicht rechtfertigen.
Nachfassen ist der Teil, der Geld bringt
Die meisten Termine entstehen nicht beim ersten, sondern beim dritten Kontakt. Plane drei Versuche über zehn Tage: Anruf, kurze Nachricht mit einem konkreten Nutzen, letzter Anruf mit klarer Frage. Danach legst du die Adresse für drei Monate weg – nicht für immer.
Erst messen, dann glauben
Notiere zwei Wochen lang: Anrufe, Gespräche, Termine, Abschlüsse. Danach kennst du deine echten Zahlen. Fremde Quoten von Webinaren helfen nichts, weil sie aus anderen Listen und anderen Regionen stammen.
Üben an echten Fällen
Ein Skript hilft nur, wenn es sitzt. Trainiere den Einstieg laut, mit echten Einwänden, bis er ohne Nachdenken kommt – im Zweifel mit einem Kollegen am Telefon. Zehn Minuten Übung am Morgen verändern den Tag.
Was den Vertrieb im Betrieb sonst noch trägt – Reihenfolge, Nachfassen, Abschluss – steht unter Vertrieb. Wie du diese Schritte mit KI vorbereitest, steht unter KI-Beratung.
Wenn du eine Liste hast und sie seit Wochen nicht anfasst: im kostenlosen Strategie-Check schauen wir gemeinsam auf den Einstieg, mit dem du morgen starten kannst.