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Hausverwaltung & WEG

Mieterstrom als Zusatzleistung: So verdienen Hausverwaltungen mit

Aktualisiert 2026 · Lesezeit ca. 6 Minuten

Die meisten Hausverwaltungen begegnen Mieterstrom als lästige Zusatzaufgabe. Das ist die falsche Perspektive. Richtig aufgesetzt ist Mieterstrom eines der wenigen Themen, bei dem eine Verwaltung gleichzeitig Geld verdienen, Mandate gewinnen und ihre Position beim Eigentümer stärken kann.

Dieser Artikel zeigt, wie das Geschäftsmodell für die Verwaltung aussieht — und wie man es einführt, ohne sich zu übernehmen.

Die Ausgangslage: Sie sitzen an der entscheidenden Stelle

Überlegen Sie, wer bei einem Mieterstromprojekt wirklich gebraucht wird:

Schaubild: Die Schlüsselposition der Hausverwaltung im Mieterstromprojekt – Eigentümer, Anbieter und Mieter laufen bei ihr zusammen
Eigentümer, Anbieter und Mieter brauchen jeweils etwas, das nur die Verwaltung liefern kann.

Alle drei Fäden laufen bei Ihnen zusammen. Das ist keine Nebensache — das ist die Schlüsselposition im Geschäft. Und sie hat einen Marktwert.

Drei Wege, wie die Verwaltung verdient

WegWie es funktioniertPassend für
VermittlungsprovisionDer Mieterstrom-Anbieter zahlt eine Provision für jedes erfolgreich begleitete Objekt.Verwaltungen mit vielen WEG-Objekten
BeratungshonorarDie Verwaltung rechnet die Vorbereitung und Begleitung als eigene Leistung gegenüber der WEG ab.Verwaltungen mit starker Beratungsrolle
MandantengewinnungKein direkter Erlös, aber ein hartes Verkaufsargument im Wettbewerb um neue Verwaltungsverträge.Verwaltungen im Wachstum

In der Praxis kombiniert man die Wege. Die Provision ist der direkte Erlös, das Mandantenargument der strategische. Wichtig: Sie müssen Ihre Rolle offenlegen. Wenn Sie für die Vermittlung eine Provision erhalten, gehört das transparent in die Kommunikation mit der Eigentümergemeinschaft. Das ist keine Formalie — es ist der Grund, warum man Ihnen beim nächsten Mal wieder vertraut.

Der Vertrauenspunkt Eine Verwaltung, die eine Provision verschweigt und später auffliegt, verliert das Mandat. Eine Verwaltung, die offen sagt „wir erhalten eine Provision vom Anbieter, dafür kostet Sie die Begleitung nichts" — gewinnt. Transparenz ist hier kein Risiko, sondern das Verkaufsargument.

Warum die Eigentümer es wollen

Ein Verwaltungsmandat verlängert sich nicht über den Preis allein, sondern über den wahrgenommenen Nutzen. Mieterstrom liefert Ihnen Argumente, die ein Wettbewerber ohne dieses Thema nicht hat:

So führen Sie es ein — ohne sich zu übernehmen

  1. Netzwerk aufbauen, nicht selbst bauen. Sie brauchen keinen eigenen Solartechniker. Sie brauchen zwei bis drei verlässliche Mieterstrom-Anbieter, die Sie empfehlen können. Prüfen Sie: Umsetzungserfahrung, Vertragsstruktur, Laufzeitbedingungen, Erreichbarkeit der Ansprechpartner.
  2. Einen Standardprozess definieren. Wie läuft es ab, wenn ein Eigentümer fragt? Wer stellt die Erstinformation? Wer holt das Angebot? Wer bereitet den Beschluss vor? Ohne Standardprozess bleibt es ein Einzelfall und wird jedes Mal zur Feuerwehrübung.
  3. Die Erstinformation vorbereiten. Ein zweiseitiges Informationsblatt für die Eigentümerversammlung ist Ihr wichtigstes Werkzeug. Es kostet einmalig Arbeit und wird danach hundertfach genutzt.
  4. Das Übergabeprotokoll und die Kommunikation klären. Was passiert am ersten Tag, an dem eine Anlage läuft? Wer informiert die Mieter? Das ist der Moment, in dem die Verwaltung gut oder schlecht aussieht.
  5. Erfolge sichtbar machen. Ein realisiertes Objekt ist Ihr Verkaufsargument beim nächsten. Dokumentieren Sie es — mit Zahlen, wenn möglich.

Was Sie absichern sollten

Eine einfache Rechnung

Rechnen Sie es an Ihrem eigenen Bestand durch: Wie viele Mehrfamilienhäuser mit mehr als fünf Wohneinheiten verwalten Sie? Von diesen Objekten ist erfahrungsgemäß nur ein kleiner Teil bisher mit Photovoltaik versorgt.

Wenn Sie bei jedem dieser Objekte nur einen Bruchteil in ein Mieterstromprojekt begleiten — was liegt dann am Ende des Jahres auf der Habenseite? Die Antwort hängt von Ihrer Provisionsvereinbarung ab und ist keine pauschale Zahl. Aber das Verhältnis von Aufwand zu Erlös ist bei diesem Thema auffallend günstig, weil die Arbeit bei anderen liegt.

Der eigentliche Punkt Mieterstrom ist kein Projektgeschäft, das Sie zusätzlich machen müssen. Es ist ein Kanal, der genau zu Ihrem Geschäftsmodell passt: Sie sitzen bereits an der Schnittstelle zwischen Eigentümer und Gebäude. Sie müssen sie nur öffnen.

Diese Seite wurde konzipiert und umgesetzt von Andreas Siegert — andreassiegert.de.

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Häufige Fragen

Üblich sind Vermittlungsprovisionen der Anbieter, ein durch die WEG beauftragtes Beratungshonorar oder der indirekte Nutzen als Argument bei der Gewinnung neuer Verwaltungsmandate. Die Höhe hängt von der individuellen Vereinbarung ab und lässt sich nicht pauschal beziffern.
Ja. Wer für die Vermittlung eines Mieterstrom-Anbieters eine Vergütung erhält, sollte das gegenüber der Eigentümergemeinschaft transparent machen. Offenheit hier ist kein Nachteil — sie ist die Grundlage für das Vertrauen, auf dem das Mandat beruht.
Nein. Die Planung, Errichtung, der Betrieb und die Abrechnung liegen bei einem spezialisierten Dienstleister. Ihre Rolle ist die Koordination, die Vorbereitung der Entscheidung und die Kommunikation mit Eigentümern und Mietern.
Sie koordinieren, Sie betreiben die Anlage nicht. Betriebs- und Ausfallrisiken sollten vertraglich beim Dienstleister liegen. Vereinbaren Sie die Risikoverteilung schriftlich, bevor Sie eine Empfehlung aussprechen, und lassen Sie die Verträge fachkundig prüfen.
Das lässt sich nicht pauschal sagen und hängt von Provisionshöhe und Prozessaufwand ab. Als Orientierung: Ab einer Handvoll Mehrfamilienhäusern, in denen ohnehin Eigentümerbedarf besteht, rechnet sich der Aufbau eines Netzwerks meist schon über die zusätzliche Mandantenbindung — nicht nur über die Provision.