Die meisten Hausverwaltungen begegnen Mieterstrom als lästige Zusatzaufgabe. Das ist die falsche Perspektive. Richtig aufgesetzt ist Mieterstrom eines der wenigen Themen, bei dem eine Verwaltung gleichzeitig Geld verdienen, Mandate gewinnen und ihre Position beim Eigentümer stärken kann.
Dieser Artikel zeigt, wie das Geschäftsmodell für die Verwaltung aussieht — und wie man es einführt, ohne sich zu übernehmen.
Die Ausgangslage: Sie sitzen an der entscheidenden Stelle
Überlegen Sie, wer bei einem Mieterstromprojekt wirklich gebraucht wird:
- Der Eigentümer muss zustimmen — hat aber vom Strommarkt keine Ahnung.
- Der Anbieter braucht den Zugang zum Objekt und zur Versammlung.
- Die Mieter müssen informiert und überzeugt werden.
Alle drei Fäden laufen bei Ihnen zusammen. Das ist keine Nebensache — das ist die Schlüsselposition im Geschäft. Und sie hat einen Marktwert.
Drei Wege, wie die Verwaltung verdient
| Weg | Wie es funktioniert | Passend für |
|---|---|---|
| Vermittlungsprovision | Der Mieterstrom-Anbieter zahlt eine Provision für jedes erfolgreich begleitete Objekt. | Verwaltungen mit vielen WEG-Objekten |
| Beratungshonorar | Die Verwaltung rechnet die Vorbereitung und Begleitung als eigene Leistung gegenüber der WEG ab. | Verwaltungen mit starker Beratungsrolle |
| Mandantengewinnung | Kein direkter Erlös, aber ein hartes Verkaufsargument im Wettbewerb um neue Verwaltungsverträge. | Verwaltungen im Wachstum |
In der Praxis kombiniert man die Wege. Die Provision ist der direkte Erlös, das Mandantenargument der strategische. Wichtig: Sie müssen Ihre Rolle offenlegen. Wenn Sie für die Vermittlung eine Provision erhalten, gehört das transparent in die Kommunikation mit der Eigentümergemeinschaft. Das ist keine Formalie — es ist der Grund, warum man Ihnen beim nächsten Mal wieder vertraut.
Warum die Eigentümer es wollen
Ein Verwaltungsmandat verlängert sich nicht über den Preis allein, sondern über den wahrgenommenen Nutzen. Mieterstrom liefert Ihnen Argumente, die ein Wettbewerber ohne dieses Thema nicht hat:
- Sie bringen den Eigentümern ein Einkommen, ohne dass diese investieren müssen — im Contracting-Modell.
- Sie machen die Wohnungen attraktiver, weil der Strom günstiger ist als beim örtlichen Versorger.
- Sie erfüllen ein Thema, das ohnehin kommt. Energie und Gebäude stehen in jeder Versammlung auf der Tagesordnung — wer hier liefert, wird als kompetent wahrgenommen.
- Sie nehmen den Eigentümern Arbeit ab. Genau das ist Ihr Geschäft.
So führen Sie es ein — ohne sich zu übernehmen
- Netzwerk aufbauen, nicht selbst bauen. Sie brauchen keinen eigenen Solartechniker. Sie brauchen zwei bis drei verlässliche Mieterstrom-Anbieter, die Sie empfehlen können. Prüfen Sie: Umsetzungserfahrung, Vertragsstruktur, Laufzeitbedingungen, Erreichbarkeit der Ansprechpartner.
- Einen Standardprozess definieren. Wie läuft es ab, wenn ein Eigentümer fragt? Wer stellt die Erstinformation? Wer holt das Angebot? Wer bereitet den Beschluss vor? Ohne Standardprozess bleibt es ein Einzelfall und wird jedes Mal zur Feuerwehrübung.
- Die Erstinformation vorbereiten. Ein zweiseitiges Informationsblatt für die Eigentümerversammlung ist Ihr wichtigstes Werkzeug. Es kostet einmalig Arbeit und wird danach hundertfach genutzt.
- Das Übergabeprotokoll und die Kommunikation klären. Was passiert am ersten Tag, an dem eine Anlage läuft? Wer informiert die Mieter? Das ist der Moment, in dem die Verwaltung gut oder schlecht aussieht.
- Erfolge sichtbar machen. Ein realisiertes Objekt ist Ihr Verkaufsargument beim nächsten. Dokumentieren Sie es — mit Zahlen, wenn möglich.
Was Sie absichern sollten
- Haftung nicht übernehmen. Sie koordinieren, Sie betreiben nicht. Die Betriebs- und Ausfallrisiken gehören ins Risiko des Dienstleisters — schriftlich.
- Transparenz als Grundsatz. Provisionen offenlegen, in der Versammlung wie im Vertrag.
- Keine Rechtsberatung. Der Beschlusstext gehört anwaltlich geprüft. Sie bereiten vor, Sie entscheiden nicht.
- Vertragsprüfung einkalkulieren. Lassen Sie Dachpachtverträge fachkundig prüfen — vor der Unterschrift, nicht danach.
Eine einfache Rechnung
Rechnen Sie es an Ihrem eigenen Bestand durch: Wie viele Mehrfamilienhäuser mit mehr als fünf Wohneinheiten verwalten Sie? Von diesen Objekten ist erfahrungsgemäß nur ein kleiner Teil bisher mit Photovoltaik versorgt.
Wenn Sie bei jedem dieser Objekte nur einen Bruchteil in ein Mieterstromprojekt begleiten — was liegt dann am Ende des Jahres auf der Habenseite? Die Antwort hängt von Ihrer Provisionsvereinbarung ab und ist keine pauschale Zahl. Aber das Verhältnis von Aufwand zu Erlös ist bei diesem Thema auffallend günstig, weil die Arbeit bei anderen liegt.
Diese Seite wurde konzipiert und umgesetzt von Andreas Siegert — andreassiegert.de.
Kostenlose Potenzial-Analyse für Ihr Objekt
Wir prüfen, ob und welches Mieterstrom-Modell zu Ihrer Immobilie passt — und welcher Anbieter der richtige wäre. Unverbindlich, kostenlos, ohne Verkaufsdruck.
Jetzt Potenzial-Check anfragen →Keine Kosten · Keine Verpflichtung · Antwort innerhalb von 72 Stunden